Mäuse nach draußen?

Zwar kommen die meisten Leute bei Mäusen nicht auf die Idee, sie wie Ratten auf der Schulter mit nach draußen zu nehmen, aber immer wieder wird man gefragt, ob man die Mäuse nicht bei schönem Wetter im Käfig nach draußen stellen, sie in einem Freigehege auf den Rasen setzen oder sie gar ganzjährig draußen halten könnte.

 

Die Antwort darauf ist ganz klar: Nein, das kann man nicht! Auf die Frage nach dem "warum?" gibt es eine Menge Antworten.

 

Krankheitserreger

Wie bereits hier (Link folgt!) erwähnt, ist es nicht möglich Mäusezu impfen und bei reiner Wohnungshaltung eben auch nicht nötig. In der Wohnung werden Mäuse kaum mit für sie lebensgefährlichen Erregern in Kontakt kommen, wenn man sich als Mensch nach dem nach Hause kommen die Hände wäscht.

Auf einer Wiese mit Hunde-, Vogel- und Wildtierkot sieht das schon wieder ganz anders aus. Man kann selbst bei einem eingezäunten Garten nicht kontrollieren, welche wilden Tiere oder Freigängerkatzen nachts über den Rasen laufen und dort Erreger hinterlassen. Auf einem Balkon kann ebenfalls Volgekot herumliegen. Wildlebende Vögel könnten auf dem Käfig landen und durch einen dummen Zufall hineinkoten.

Dabei stellt sich dann eben die Frage: Will man die Ansteckung seiner Mäuse mit einer Krankheit riskieren, für die es (möglicherweise) bei so kleinen Tieren keine Medikamente gibt?

 

Parasiten

Unsere Farbmäuse kommen in aller Regel nicht mit Parasiten in Kontakt. Gelegentlich holt man sich durch Zubehör, Streu oder Futter Milben ins Haus, aber das war es dann. Draußen lauern aber noch viele weitere kleine Krabbeltierchen. Von Läusen bis Zecken ist dort alles dabei. Das Problem ist, dass die meisten dieser Parasiten zwar problemlos bei Hunden und Katzen, der Großteil auch noch bei Kaninchen und Meerschweinchen gut behandelt werden kann, viele der Medikamente aber viel zu hoch dosiert sind für Mäuse. 

D.h., dass Mäuse nur sehr schwer gegen viele Parasiten behandelt werden können. Von den Krankheiten, die die meisten Parasiten übertragen können ganz zu schweigen.


Reize

Mäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv, dass heißt, ihre Sinne sind auf die Nacht eingestellt. Ihre Augen sind lichtempfindlich und ihr Gehör ist wesentlich besser ausgeprägt als das des Menschen.

Dementsprechend schädlich ist es für eine Maus tagsüber, bei grellem Sonnenlicht auf den Balkon gestellt oder auf eine Wiese ohne Versteckmöglichkeiten gesetzt zu werden. Das bedeutet eine völlige Reizüberlastung, die das Tier im schlimmsten Fall so stark stresst, dass es deswegen stirbt.

 

Oft hört man von Menschen, die ihre Mäuse mit nach draußen nehmen: "Aber wilde Mäuse leben doch auch die ganze Zeit draußen!"

Das ist schlichtweg falsch!

Wilde Mäuse halten sich den Großteil des Tages in ihren unterirdischen Bauen, in Gebäuden oder der Kanalisation auf. Nach draußen gehen sie nur Nachts zur Nahrungssuche. Weiterhin verändert sich die Fellbeschaffenheit von wildlebenden Mäusen je nach Witterung. Diese Fähigkeit haben unsere Farbmäuse verloren.

 

Wilde Mäuse werden in der freien Natur zudem selten älter als 1 Jahr. Man sollte sich überlegen, warum dies so ist...