Welche Art von Käfig?

Es gibt verschiedene Arten von Käfigen. Manche sind gut geeignet, andere gar nicht und es ist manchmal nicht so einfach, sie für einen zu entscheiden.

In jedem Fall muss ein Käfig für 4 Mäuse wenigstens 80x50x80cm groß sein.

Mehr Informationen zu den Mindestmaßen findet ihr hier: *klick mich*

 

Aquarien/Terrarien

Aquarien bzw. Terrarien sind nur bedingt für die Mäusehaltung geeignet. Sie müssen einige Kriterien erfüllen, damit man seinen Mäuschen darin ein artgerechtes Heim bieten kann.

1. Der Glaskasten darf nicht höher als breit sein

oder

2. Der Glaskasten muss wenigstens 100cm lang sein

oder

3. Der Glaskasten muss einen Aufbau haben.

 

Am Besten ist es natürlich, wenn alle 3 Alternativen gegeben sind. Ist nichts davon gegeben, ist eine ausreichende Belüftung nicht gesichert und es kann auf Grund des sich aus dem Urin absetzenden Ammoniaks zu Atemwegsschädigungen kommen.

Ein großer Vorteil eines Aquas/Terras ist natürlich, dass kein Streu mehr auf den Boden fallen kann und man sehr hoch einstreuen kann. 

 

Verbundene Käfige

Ob ein Käfigverbund für Mäuse geeignet ist, hängt immer von der Art des Verbindens ab.

Zwei Käfige mit der Grundfläche von 50x50cm werden durch eine Röhrenverbindung nicht artgerecht. Die Mindestmaße einer Grundfläche von 80x50cm müssen am Stück gegeben sein.

Trennt man je eine Käfigseite heraus und macht aus den zwei Käfigen einen mit der Grundfläche 100x50cm ist er also artgerecht.

 

Hat man bereits einen Käfig mit artgerechten Maßen und verbindet ihn mit Hilfe einer Röhrenverbindung mit einem anderen Käfig ist dies als Zusatzfläche anzusehen und eine gute Berreicherung für den Käfig mit den artgerechten Maßen.

 

Mäuseburg/Mäusetisch

Ein Mäusetisch ist wirklich nur für Mäuse geeignet. Diese Art des Käfigs lässt sich am ehesten mit "Offenstall" umschreiben, da es keine Gitter gibt. Vom Prinzip her ist eine Mäuseburg ein umgebauter Tisch, der wenigstens 70cm hoch sein muss und mit einer Absperrung (wenigstens 20cm hoch) umfasst wird. Da Mäuse Höhen und Entfernungen nur sehr schlecht abschätzen können und zudem noch eine Art Höhenangst haben, werden sie nicht versuchen aus dieser Art von Käfig auszubrechen. Eine 100%ige Garantie dafür gibt es aber nicht.

Ich persönlich habe noch keine negativen Erfahrungen gemacht.

Der große Vorteil der gitterlosen Haltung ist der, dass man die Tiere wunderbar beobachten (und fotografieren) kann.


Schrankumbauten

Der Umbau eines Schranks ist die einfachste Variante eines Selbstbaus. Auch hier muss natürlich auf die Mindestmaße geachtet werden. Bei Schränken empfiehlt es sich, sehr auf die Innenmaße zu achten, da die Wände von Schränken meist recht dick sind und so Lauffläche wegnehmen. 

Schränke lassen sich meist sehr gut zu Mäusedomizilen umbauen, da man in die bereits vorhandenen Einlegeböden (=Etagen) nur noch Löcher für den Durchgang und in die Türen große Löcher hineinsägen muss, die dann in den Türen mit Kaninchen-/Volierendraht verkleidet werden müssen.

Ein komplett geschlossener Schrank ist nicht geeignet! Die vergitterten Türen sollten über die gesamte Höhe und wenigstens die Hälfte der Breite reichen.

 

Sind die Etagen und Wände des Schranks nicht lackiert, muss man dies nachholen. Der gesamte (!) Käfig muss mehrfach mit Lack nach Din EN 71.3 lackiert werden. Sollen die Ebenen immer an der selben Stelle bleiben, dann kann man die kleinen Zwischenräume zwischen Ebenen und Wänden mit Aquariensilikon abdichten.

Bitte bei Lack und Silikon auf die Trocknungszeiten achten und das Silikon so verarbeiten, dass es keine Knabberfläche bietet!

 

Selbstbauten

Ein kompletter Selbstbau bietet so viele Freiheiten, wie sonst keine Käfigart. Allerdings sollte man handwerklich schon etwas geschickter sein, damit später nicht alles in sich zusammen bricht.

Auch hier muss alles Holz vor (!) dem Zusammenbau lackiert werden, damit wirklich nirgendwo Urin einziehen kann. Man sollte nicht zu sehr am Material sparen, denn die Erfahrung zeigt, dass sich die Verarbeitung von z.B. billigem Holz und billigen Schrauben irgendwann rächt.

Ein kompletter Selbstbau bietet sich vor allem dann an, wenn vorhandener Platz optimal genutzt werden soll. Wie z.B. bei Dachschrägen oder Nischen.

Auch hier muss aber darauf geachtet werden, dass die Mindestmaße nicht unterschritten werden.


Uni-/Kaskaden-Dom

Uni- und Kaskaden-Döme sind Modulsysteme. Es gibt viele verschiedene Module, die sich jeweils miteinander kombinieren lassen.

Viele Rattenhalter schätzen sie, weil sie stabil, gut einzurichten und ausbruchssicher sind.

Andere halten nichts von ihnen, da sie eine "Gefängnisoptik" haben und recht sperrig und zudem teuer sind.

Sie sind aber nicht nur für Ratten, sondern eben auch für Mäuse geeignet, insofern man die Treppen durch Rampen ersetzt.

Ob einem ein Dom gefällt muss man letzten Endes selber entscheiden. Damit ihr euch informieren könnt, habe ich nun beide Seiten verlinkt:

Uni-Dom

Kaskaden-Dom

 

Kaufkäfige/Volieren

Es gibt Käfige und Volieren mittlerweile wie Sand am Meer. Artgerechte Käfige gibt es ab ca. 50€. Nach oben sind den Preisen keine Grenzen gesetzt. Allerdings ist nicht jede/r Voliere/Käfig auch für Mäuse geeignet.

 

Die wichtigsten Punkte, auf die man vor dem Kauf achten sollte, sind folgende:

- Die Grundfläche darf 80x50cm nicht unterschreiten

- Die Höhe darf 80cm nicht unterschreiten

- Der Gitterabstand sollte nicht mehr als 0,8cm betragen (bei Jungtieren oder schmalen Weibchen nicht mehr als 0,5cm)
- Die Gitter sollten waagerecht verstrebt sein. Dies erleichtert den Mäusen  das Klettern und dem Menschen das Einhängen von Etagen und Zubehör
- Die Türen sollten groß genug sein, ansonsten ist das Einrichten und Säubern für den Menschen eine Qual