Mythen rund um die Ratte

Mythen rund um die (Farb)Ratte halten sich fast genauso gut wie die Vorurteile ihr gegenüber.

Doch auch in ihnen ist in 90% der Fälle kein Körnchen Wahrheit zu finden. Deshalb möchte ich euch hier über die gängigsten Rattenmythen aufklären.

 

Farbratten...

 

... werden aggressiv, wenn sie Fleisch fressen!?

Ratten sind Allesfresser. Genau wie der Mensch... Müssten dann nicht alle Menschen, die Fleisch essen, aggressiv sein?

Dieser Mythos ist totaler Blödsinn, genauso wie auch bei Frettchen. Ratten dürfen ab und an ein Stückchen mageres Hühnchenfleisch fressen (nur bitte nicht roh). Das macht sie weder aggressiv, noch blind, noch taub, noch...


... geraten in einen Blutrausch, wenn sie einmal gebissen haben!?

Ebenfalls totaler Blödsinn. Einen Blutrausch gibt es bei Ratten nicht. Eine Ratte beißt aus Angst, oder um ihr Revier zu verteidigen.

Siehe hier: *klick mich*


 ... kann man am Schwanz hochheben!?

Auf keinen Fall! Leider sieht man dies häufig in Dokumentationen, alten Filmen und teils sogar in Büchern, doch diese Methode ist nicht zur Nachahmung empfohlen!

Im schlimmsten Fall könnte der Ratte der komplette Schwanz abreißen, im etwas weniger schlimmen Fall "nur" die Schwanzhaut.

 

... sind krankheitsanfälliger, weil sie von Laborratten abstammen!?

Farbratten stammen nicht nur von Laborratten, sondern von Kreuzungen aus Wander- und Laborratten ab. Wanderratten erkranken genauso häufig wie Farbratten. Im Unterschied zu unseren Farbratten sterben sie aber in aller Regel daran, da ihnen die medizinische Versorgung fehlt, die wir unseren Haustieren zukommen lassen. Wanderratten werden deshalb selten älter als 1 Jahr. Aus diesem Grund sieht man nie wirklich kranke wilde Ratten.

 

... bekommen alle Tumore, weil sie auf Tumoranfälligkeit gezüchtet wurden!?

Laborratten werden in verschiedenen Stämmen gezüchtet (aus den Zuchten haben sich verschiedene Stämme entwickelt, mit denen dann entsprechend weitergezüchtet wurde), wobei die einen anfälliger für Krebs waren und sind und andere Stämme nicht.

Nicht jede Ratte hat also ein erhöhtes Krebsrisiko und nicht jede Ratte muss im Laufe ihres Lebens unter Tumoren leiden.

Wie bereits oben erwähnt, stammen unsere Farbratten nicht nur von Labor- sondern auch von Wanderratten ab. Letztere sind fast genauso tumoranfällig wie Farbratten, bilden Krebs aber nur selten aus, weil sie in der Regel nicht älter als 1 Jahr werden.

Krebserkrankungen treten bei Farbratten ab ca. 1 1/2 Jahren vermehrt auf.

 

... können 4 oder 5 Jahre alt werden!?

Leider nicht.

Eine realistische Lebenserwartung von Farbratten liegt zwischen 2 und 2 1/2 Jahren. Selbst 3 Jahre werden nur die wenigsten. In absoluten Ausnahmefällen sollen Ratten 3 1/2 und sogar 4 Jahre alt geworden sein, doch dies ist nicht nachweisbar und in jedem Fall nicht die Regel.


... brauchen hartes Brot, damit sie ihre Zähne abnutzen können!?

Schlicht und einfach: Nein.

Warum? *klick mich*

 

...weibchen sollten einmal in ihrem Leben Junge bekommen!?

Woher dieser Mythos (bei fast allen Tieren) kommt ist mir immer noch ein Rätsel.

Was fehlt einem Weibchen denn, wenn es nie Junge bekommen hat? Die Schmerzen der Geburt, der Streß der Jungenaufzucht, die möglichen Komplikationen während der Geburt, das Fortreißen der Jungen beim Eintritt der Geschlechtsreife?

Farbratten sollte man, genauso wie alle anderen Tiere, nicht einfach ohne Sinn und Verstand vermehren, damit das Weibchen mal Junge hatte oder man selbst Junge hat aufwachsen sehen.

Nähere Erläuterungen findet ihr hier: *klick mich*

 

 

 

Es gibt natürlich auch Mythen, die sich auf spezielle Farben/Züchtungsformen beziehen:

Huskys sind Zicken, Dumbos sind zahmer, Albinos sind immer scheu, Black Hoodeds werden besonders alt, usw.

Pauschal kann man sagen, dass das alles totaler Blödsinn ist.

Der Charakter und die Krankheitsanfälligkeit eines Tieres sind nicht von seiner Farbe oder der Form seiner Ohren abhängig.