Kastration

Was wird bei einer Kastration gemacht?

Bei einer Kastration werden die Keimdrüsen der Tiere entfernt und somit das Sexualverhalten, sowie die Fortpflanzungsfähigkeit ausgeschaltet.

 

Bei männlichen Tieren sind die Keimdrüsen die Hoden, bei weiblichen die Eierstöcke.

Wann ist eine Kastration sinnvoll?

Rattenböcke kann man, im Gegensatz zu Mäuseböcken, auch unkastriert zusammen halten. Eine Kastration ist deshalb nur in seltenen Fällen nötig.

 

Fall A:

Junge Böcke kommen mit ca. 3-4 Monaten in eine Flegelphase, die mit 10-12 Monaten wieder enden sollte. Bei manchen Böcken kommt es in dieser Zeit allerdings zu einem starken Hormonüberschuss. Solche Böcke nennt man umgangssprachlich Hormonböcke. Diese sind häufig gegen ihre Artgenossen, gelegentlich auch gegen Menschen aggressiv.

Kommt es des öfteren zu schweren Kämpfen oder gar Verletzungen sollte über eine Kastration nachgedacht werden. Dies sollte zuvor aber intensiv mit dem Tierarzt besprochen werden.

 

Fall B:

Es kommt des öfteren vor, dass Böcke immer lieb und freundlich zu Artgenossen sind und dann im Laufe einer Integration aggressiv werden.

Wann ist eine Kastration nicht sinnvoll?

Da gibt es leider viel zu viele Fälle um sie alle ausführlich zu beschreiben, deshalb liste ich sie hier (erstmal) nur auf und hoffe, dass ich später dazu komme, sie ausführlich zu erläutern.

 

- Man will Männchen und Weibchen zusammenhalten

- Ein Tier verhält sich nicht so, wie man das gerne hätte

- Weil Kastraten weicheres Fell haben als Vollböcke

- Weil Kastraten anders/weniger riechen als Vollböcke

- Eine Integration "schon" einen Monat dauert

- Weil der Tierarzt das sagt

- Weil einen die Hoden der Vollböcke stören

Wer sollte kastriert werden?

Es ist grundsätzlich möglich Männchen und Weibchen zu kastrieren.

Bei Weibchen sollte darauf aber immer verzichtet werden, außer es besteht eine medizinische Notwendigkeit, wie z.B. eine Gebärmutterentzündung.

 

Bei weiblichen Tieren ist eine Kastration ein viel größerer Eingriff als bei männlichen. Bei Männchen müssen "nur" die außerhalb des Körpers liegenden Hoden mit kleinen Schnitten entfernt werden.

 

Bei Weibchen muss die gesamte Bauchdecke eröffnet werden, um die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernen zu können.

 

 

Grundsätzlich sollten Tiere die kastriert werden wenigstens 3 Monate alt sein! Vorher ist das Narkoserisiko stark erhöht und es kann zu einem unterdrückten Wachstum kommen.

Was sind die Risiken einer Kastration?

- Narkoserisiko

- Abszesse

- Schlechte Wundheilung

- Aufbeißen/entfernen der Fäden

- Keine Verhaltensänderung

- Komplette Verhaltensänderung

 

Kastrationsfristen

Nach einer Kastration darf ein Bock nicht sofort zu Weibchen gesetzt werden. Es ist trotz der Kastration noch möglich, dass er die Weibchen deckt.

Es sollte eine Kastrationsquarantäne von wenigstens 4, besser 6 Wochen eingehalten werden, um das Risiko einer Trächtigkeit auf 0% zu senken.