Befindet sich noch im Aufbau

Trächtigkeit und Nachwuchs

Ratten züchten

Wie oft bekommt man zu hören:
"Rattenbabies sind soooooo süß, ich möchte mein Weibchen auch einmal decken lassen, das ist doch kein Problem!"

 

Doch, ist es!

 

Das ausschlaggebende Problem ist, dass man als "ottonormal Rattenhalter" schlicht und einfach keine Ahnung von Genetik hat. Das erste Ziel einer vernünftigen Zucht sollte Gesundheit sein. 

Als Laie hat man aber keine Ahnung von genetisch vererbbaren Krankheiten, von dominanten oder rezessiven Merkmalen usw.

Man kennt als Laie idR nicht die Elterntiere der eigenen Ratten, von den Großeltern ganz zu schweigen, man kann somit nichts über die Wahrscheinlichkeit von Tumorerkrankungen usw. sagen.

 

Weiterhin bringt eine Geburt Streß mit sich. Für einen selbst, für das Muttertier, für die Jungen, für den Rest des Rudels.

Was tun wenn?

Nun kann es immer mal wieder passieren, dass man bereits trächtige Weibchen übernimmt, ein angebliches Weibchen sich als Bock entpuppt oder umgekehrt. Da stellt sich dann natürlich die Frage: Was tun???

 

Als allererstes muss gewährleistet sein, dass es nicht zu weiteren Deckackten kommt, also alle Weibchen und Männchen strikt getrennt sind.

Ist man sich in der Geschlechterfrage nicht sicher, zieht man am Besten einen rattenerfahrenen Tierarzt oder einen langjährigen Rattenhalter zu Rate.

 

In allererster Linie sollte immer das Wohl des Muttertieres im Vordergrund stehen. Es gibt ein Abtreibungsmittel für Tiere, dieses heißt Alizin. Dieses Mittel sollte nicht später als 1 1/2 Wochen nach dem Deckakt gespritzt werden, da sonst eventuell bereits lebensfähige Föten abgetötet werden und die Mutter mit einer anstrengenden Totgeburt belastet wird.

Durch ein Röntgenbild kann festgestellt werden, ob das Weibchen trächtig ist und wenn, wie weit die Entwicklung der Föten fortgeschritten ist.

Man sollte mit dem Verdacht auf Trächtigkeit immer zu einem rattenerfahrenen Tierarzt gehen.

Alizin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und muss von einem Tierarzt zwei mal im Abstand von 24 Stunden gespritzt werden.

 

Abtreiben oder nicht, ist natürlich auch bei Ratten eine moralische Frage. Man sollte vor allem das Alter des Weibchens beachten. Ist es jünger als 7, oder älter als 12 Monate ist die Chance, dass es bei der Geburt zu Problemen kommt sehr hoch.

 

Fehlgeburt

Weibchen stirbt/lehnt Junge ab - Handaufzucht

Leider kommt es immer wieder vor, dass ein Weibchen bei oder nach der Geburt ihrer Jungen stirbt oder sie aus verschiedenen Gründen nicht mehr annimmt und man die Neugeborenen dann als Mensch per Hand aufziehen muss.

Dies ist weder für die Tiere, noch für den Menschen schön, aber nötig, wenn man nicht will, dass die Babies vor ihrer Zeit sterben.

 

Rattenbabies zieht man besten mit Katzenaufzuchtsmilch auf.

Nun ist diese natürlich nicht in jedem Haushalt vorhanden und kann auch nicht immer sofort besorgt werden.

Eine kurzzeitige Alternative ist Kaffesahne.

Weiterhin sollte kurzfristig ein Mischung aus Obstbabybrei oder zermatschtem Obst (z.B. Banane) und Schmelzflocken angeboten werden.

Entwicklung der Jungtiere

2.-4. Tag: Öffnen der Ohren

8.-10. Tag: Durchbruch der Nagezähne

Ab dem 10. Tag: Körperbehaarung bildet sich aus

12.-16. Tag: Öffnen der Augen

15.-51. Tag: Hodenwanderung

3 Wochen: Entwöhnung von der Muttermilch

5 Wochen: Fell komplett ausgebildet

35. Tag: Trennung der Männchen von Mutter und Schwestern

Möhren stoppen/getrocknete Brennesseln fördern die Milchbildung