Ungeeignetes Zubehör

Für keine andere Tiergruppe gibt es so viel nicht artgerechtes, gesundheitsschädliches oder gar lebensgefährliches Zubehör wie für die Gruppe der Kleintiere.
Dies beginnt bei winzigsten Hamster- und Kaninchenknästen, zieht sich über die Käfigeinrichtung und endet leider nicht beim Futter.

Allgemein vollkommen ungeeignetes Zubehör:
- Laufräder mit Gitterverstrebungen (Schereneffekt)
- Laufräder unter einem Durchmesser von 20cm (auch für Zwerghamster/Mäuse!)
- Lauf-/Hamsterbälle
- Hamsterwatte
- Parfümierte Einstreu und klumpende Katzenstreu
- Käfigdeos (teils giftig, unnötig!)
- Salz- und Mineralsteine (ausgenommen Sepia- und Kalkschalen für Vögel)

- Gitteretagen (begünstigen Bumblefeet)

- Foodbälle

 

Weitere Informationen zu tierschutzwidrigem Zubehör findet ihr auf dieser Website, eine ebenfalls sehr schöne und ausführliche Seite zu dem Thema findet ihr hier:

Rat-Nose.de

Speziell für Ratten ungeeignetes Zubehör

Laufräder

Ein Laufrad für Ratten müsste einen Durchmesser von 50cm oder mehr haben, damit es nicht schädlich ist.

Wieso?

Damit ein Laufrad nicht schädlich ist, muss es einen so großen Durchmesser haben, dass sich die Wirbelsäule beim Laufen nicht biegt. Man muss dabei bedenken, dass auch der Schwanz der Ratte mit zur Wirbelsäule gehört, dementsprechend darf auch er sich beim Laufen nicht verbiegen. Dies würde auf Dauer zu Haltungsschäden, Schmerzen und sogar Bandscheibenvorfällen führen.

 

Laufteller

Laufteller sind eine relativ neue Erfindung, bzw. sie sind noch nicht so lange so bekannt. Das Problem bei diesen Lauftellern ist, dass sich die Wirbelsäule zwar nicht u-förmig wie beim Laufrad, aber c-förmig biegt. Auch das führt zu Haltungsschäden und ist nicht gesund für die Ratten.

Weiterhin können viele Tiere die Geschwindigkeit nicht richtig einschätzen, oder weitere Tiere springen mit auf und verlangsamen die Geschwindigkeit so abrupt, dass sie durch den ganzen Käfig fliegen, was zu schlimmen Verletzungen führen kann.

 

Zu enge Röhren

Man sagt zwar: Wo der Rattenkopf durchpasst, passt auch der Rest durch, aber riskieren muss man es nicht.

Röhren, die im Rattenkäfig oder im Auslauf hängen/liegen, sollten einen Durchmesser von wenigstens 7cm haben. Besser wären 10cm oder mehr, damit ist man auf der sicheren Seite.

Gerade wenn man einmal für einige Stunden oder über Nacht nicht zu Hause ist, kann das Steckenbleiben in einer Röhre für Ratten fatale Folgen haben.

Plastik in der Rattenhaltung?

Es wird über das Thema Plastik in der Rattenhaltung gestritten.

Natürlich kann man einen Käfig gänzlich ohne Plastik einrichten, dies ist aber meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig.

 

Plastik sollte allerdings unbedingt aus dem Käfig entfernt werden, wenn es übermäßig angeknabbert wird. Ansonsten kann man es den Ratten anbieten, wenn es Hartplastik ist. Weiches Plastik kann Weichmacher (Phtalate) enthalten, die bei Aufnahme giftig sind.

 

Bei Plastikhäuschen oder -röhren muss darauf geachtet werden, dass die Ein-/Ausgänge groß genug sind und das eine ausreichende Belüftung gegeben ist. Das heißt, dass in regelmäßigen Abständen Löcher im Plastik sind. Ansonsten kann es (vor allem im Sommer) zu einem Hitzestau kommen.

Zubehör

Näpfe und Tränken

Es sollten wenigstens 3 Näpfe vorhanden sein. Einer für das Trockenfutter, einer für das Frischfutter und einer für Wasser.

Der Trockenfutternapf muss nicht allzu groß sein. Man sollte pro Tag/Ratte mit einem Esslöffel Trockenfutter rechnen. Die genaue Menge muss man ausprobieren (sich im Wachstum befindende Tiere fressen z.B. mehr als solche, die am Ende ihres Lebens stehen). Es sollte jeden Tag alles im Napf vorhandene Futter gefressen werden. Erst dann sollte der Napf wieder aufgefüllt werden.

Die Menge für den Frischfutternapf muss ebenfalls ausprobiert werden. Grundsätzlich sollte man jeden Tag wenigstens 3 verschiedene Gemüse- oder Obstsorten verfüttern. Eine genaue FriFu-Liste findet ihr hier: *klick mich*

Die meisten Ratten lieben es, in einem Wassernapf zu planschen und sich zu waschen.
Manche Ratten kennen einfach keine sog. Nippeltränken. Für diese kann man das Röhrchen aus Metall einfach mit etwas Joghurt bestreichen oder ihnen mit dem Finger zeigen, wie dieses "komische Ding" funktioniert. Viele Ratten mögen diese Art der Tränken wegen der unnatürlichen Trinkhaltung einfach nicht. Trotzdem sollte immer eine Tränke angeboten werden. Ist man mal für längere Zeit unterwegs und lässt die Ratten alleine kann es passieren, dass der Wassernapf stark verschmutzt oder gar umgeworfen wird. Damit die Tiere nicht verdursten ist eine Nippeltränke als Alternative sinnvoll. Für Ratten reichen die Hamstergrößen mit 50ml meist vollkommen aus.

Rückzugsmöglichkeiten

Ein verbreiteter Grundsatz ist: Pro Ratte 1 Häuschen. Dies ist aber ab einer gewissen Anzahl von Ratten relativ unmöglich zu bewerkstelligen und deshalb tendiere ich eher zu: Pro Ratte 1 Rückzugsmöglichkeit.
Ratten sind zwar Rudeltiere, aber auch die wollen mal ihre Ruhe.
Als Rückzugsmöglichkeiten gelten in meinem Verständnis aufgehängte Röhren (z.B. undurchsichtige(!) von Ferplast) mit einem Mindestdurchmesser von 7, besser 10cm, Hängematten und -röhren, Kuschelwürfel u.ä.
Es gibt wenige Häuschen, die speziell für Ratten angeboten werden (bei Röhren und Kuschelzeug ist dies zum Glück anders). Häuschen für Hamster und Mäuse sind in aller Regel zu klein, die für Kaninchen zu groß. Werden Häuschen für Meerschweinchen angeboten, haben diese meist die richtige Größe für Ratten.

Toiletten

Es ist möglich Ratten teilweise zur Stubenreinheit zu erziehen. Da ihr Urin auch als Markierung genutzt wird, wird dieser in aller Regel immer und überall (auch auf dem Menschen!) verteilt. Man kann den meisten Ratten aber beibringen, für das "große Geschäft" auf Toilette zu gehen. Dazu bieten sich Ecktoiletten oder einfache Plastik- oder Glasschalen an.
Wie genau das funktioniert könnt ihr hier nachlesen: *klick mich*

 

Klettermöglichkeiten

Ratten lieben es zu klettern. Stabile Äste eignen sich dafür sehr gut. Welche Äste sich eignen, könnt ihr hier nachlesen: *klick mich*

Auch wagerecht aufgehängte Leitern und dicke Kletterseile (aus Hanf oder Sisal) werden gerne genutzt.