Woher kommen die neuen Tiere?

Sollen neue Tiere ins Haus, muss sich natürlich immer die Frage gestellt werden, woher man sie holt.

 

Es gibt viele Möglichkeiten, von denen einige gut geeignet sind und andere nicht. Im Endeffekt muss jeder selbst wissen, von wo er seine Ratten/Mäuse holt, aber ich möchte hier Pro und Contras für die verschiedenen Möglichkeiten auflisten und euch die Entscheidung so möglicherweise erleichtern.

 

Zoofachhandlungen/Zooläden

Den Kauf von Tieren sollte man in solchen "Fach"handlungen eher vermeiden. Das Problem ist, dass die Verkäufer in diesen Läden eben Verkäufer sind und keine Tierpfleger.

Sie sind meist auf Profit bedacht und nicht auf das Wohl der Tiere.

Zudem ist die Geschlechtertrennung in Zooläden alles andere als optimal. An den meisten Gehegen hängen Schilder, dass man keine Garantie auf das Geschlecht der verkauften Tiere geben kann und diese vom Umtausch ausgeschlossen sind.

Dabei ist es eine Tatsache, dass man das Geschlecht von Ratten und Mäusen theoretisch ab dem ersten Tag unterscheiden kann.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass man Tiere des "falschen" Geschlechts erhält oder die Weibchen trächtig sind.

Mir persönlich ist es weiterhin ein Dorn im Auge, dass Tiere dort nicht als Lebewesen behandelt werden, sondern als Waren. Das hat meiner Meinung nach kein Tier verdient.

Weitere Gründe gegen den Kauf von Tieren in Zooläden, sowie Erfahrungsberichte  findet ihr auf dieser Website: *Projekt gegen den Lebendtierverkauf in Zoohandlungen*

 

Züchter

Nicht jeder, der sich als Züchter bezeichnet ist auch automatisch einer. Vermehren kann jeder, züchten nur die wenigsten.

Zum züchten gehört viel viel mehr, als nur Weiblein und Männlein zusammenzusetzen. Gerade als Neuling sollte man von Züchtern besser die Finger lassen, da man noch nicht richtig differenzieren kann, was einen Züchter von einem Vermehrer unterscheidet.

Das kann sehr unschön enden:

Man bekommt kranke, verhaltensgestörte Tiere, die das "falsche" Geschlecht haben usw.

Meiner persönlichen Meinung nach, sollte man auch nicht die Zucht von Tieren unterstützen, die zu hunderten in deutschen Tierheimen oder Pflegestellen sitzen. Zumal es in Tierheimen und Pflegestellen Ratten/Mäuse jeglichen Alters, Geschlechts und in jeder Farbe gibt.

 

Kleinanzeigen

Auch bei Kleinanzeigen muss man höllisch aufpassen. Diese werden von niemandem auf ihre Richtigkeit überprüft und jeder kann dort hineinschreiben, was er oder sie möchte.

Von Mitleidskäufen möchte ich vor allem Anfängern abraten. Es ist schon oft vorgekommen, dass einem die armen Tiere, die dort im Hamsterknast vor sich hinvegetieren soooo Leid tun, dass man sie zu sich holt. Doch oft sind diese Tiere so stark verhaltensgestört, dass ein Anfänger mit ihnen völlig überfordert ist.

Entdeckt man so eine Kleinanzeige empfiehlt es sich immer, die Person freundlich anzuschreiben, nett auf Fehler hinzuweisen und Links zu Vermittlungsseiten mitzuschicken.

 

Tierheime

Auch in Tierheimen sitzen oft Ratten/Mäuse, die von privaten Haltern aus mannigfaltigen Gründen abgegeben wurden.

Das Problem an den meisten Tierheimen ist, dass die Pfleger/innen dort eher auf Hunde und Katzen, vielleicht noch auf Meerschweinchen und Kaninchen, aber im Normalfall nicht auf Ratten/Mäuse spezialisiert sind.

Oft vegetieren Ratten/Mäuse auch dort ohne menschliche Ansprache vor sich hin. Das kann so sein, muss aber nicht.

Bei Tierheimtieren sollte man sich immer selbst vor Ort ein Bild machen und möglichst viel mit den entsprechenden Pfleger/innen über die Tiere reden. Oft schon wurde ein scheues und bissiges Tier auf Grund von Zeitmangel falsch eingeschätzt und entpuppte sich bei näherer Betrachtung als liebes Kuscheltier.

Eine Liste mit allen Tierheimen findet ihr hier: *Tierheimlinks*

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass alle Tiere aus Tierheimen verhaltensgestört sind. Dem ist definitiv nicht so! Meine zwei größten Schmuseratten habe ich aus dem Tierheim geholt und das einzige bissige Tier stammt aus einer Zoohandlung.

In Tierheimen ist es üblich, dass ein (bei Kleintieren) recht geringer Betrag für ein Tier genommen wird, der aber höher liegt als das, was man in Zooläden bezahlen muss. Weiterhin wird ein Abgabevertrag mit dem neuen Besitzer gemacht, in dem man versichert, dass man mit den Tieren nicht züchtet, zustimmt, dass Tierheimmitarbeiter immer vorbeigucken können, um sich vom Wohl der Tiere zu überzeugen usw.

 

Private Notfallvermittler/Foren

In großen Ratten-//Mäuseforen finden sich immer viele viele Tiere, die von privat Personen abgegeben werden, oder bei einer Pflegestelle untergekommen sind und ein neues zu Hause suchen.

Bei diesen Tieren kann man sich in aller Regel sicher sein, dass sie so sind, wie sie die Besitzer beschreiben.

Man kann ebenfalls sicher sein, dass sie nicht (direkt) von einem Vermehrer stammen.

Auch können über Foren meist sehr einfach Mitfahrgelegenheiten organisiert werden, durch die man auch Ratten aus weiter entfernten Städten zu sich holen kann.

Trotz alle dem sollte auch hier ein Abgabevertrag gemacht werden.